Um die Stadt Leverkusen bei dem Projekt zu unterstützen, die stillgelegte Bahnstrecke 411 - die so genannte „Balkantrasse“ - zu einem Rad- und Wanderweg auszubauen, hat sich jetzt ein Förderverein gegründet. Die Gründungsversammlung zum „Verein der Freunde und Förderer der Balkantrasse Leverkusen e.V.“ wurde am vergangenen Freitag, 14. Mai, in der Bahnhofsgaststätte Opladen abgehalten. Vorsitzender des Fördervereins ist der Opladener Rechtsanwalt Karl-Friedrich Weber, als sein Stellvertreter fungiert Hartmut Lehmler, Schatzmeister ist Manfred Haußmann. Zu den 20 Gründungsmitgliedern zählt auch Otto Reintjes, Geschäftsführer Sport und Marketing beim TSV Bayer 04. Reintjes ist das Projekt ein besonderes Anliegen: „Ich bin begeisterter Hobby-Radler und freue mich darauf, möglichst bald auf der Balkantrasse ins Bergische zu radeln.“
Rad- und Wanderwege auf ehemaligen Bahntrassen erfreuen sich landesweit zunehmender Beliebtheit. Nicht zuletzt deshalb hatte das Land vor gut zwei Jahren einen speziellen Fördertopf gefüllt - das „Alleenradwege-Programm“. Danach übernimmt das Land 75 Prozent der Kosten, wenn die Kommune den restlichen Eigenanteil finanziert. Zahlreiche Kommunen bewarben sich bereits um die Fördergelder, so auch die Anliegergemeinden der insgesamt etwa 28 Kilometer langen Balkantrasse, Burscheid, Wermelskirchen und Remscheid; sie betreiben mittlerweile allesamt den Ausbau der Trasse. Lediglich Leverkusen sah dazu bisher - weil im Nothaushalt stehend - keine Möglichkeit.
Mittlerweile hat in Politik und Verwaltung ein Umdenken eingesetzt. In einem mehrheitlich gefassten Ratsbeschluss wurde die Leverkusener Verwaltung bereits im August vergangenen Jahres beauftragt zu prüfen, wie die Trasse doch noch dauerhaft gesichert und der Eigenanteil mit Hilfe bürgerschaftlichen Engagements aufgebracht werden könne. Vor diesem Hintergrund und bereits geraume Zeit zuvor hatte eine Handvoll aktiver Bürger Vorarbeit geleistet und im Rahmen eines „Initiativkreises“ die Gründung des Fördervereins betrieben.
Die Initialzündung zur jetzigen Vereinsgründung hatte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Leverkusen allerdings schon vor mehr als zwei Jahren veranlasst, als er sich vehement für den Ausbau der Balkantrasse eingesetzt und spontan eine Unterschriftensammlung startete. Immerhin rund 3500 Bürger unterzeichneten damals binnen weniger Wochen den Aufruf. Heinz Boden, Vorsitzender des ADFC Leverkusen e.V.: „Wir waren selbst von dem enormen Zuspruch überrascht.“
Für den Vorsitzenden des jungen Vereins ist es nun sprichwörtlich „höchste Eisenbahn“, so Jurist Weber, „dass die Stadt Leverkusen nicht den Anschluss verliert“. Bis Jahresende ist die komplette Trasse dem Vernehmen nach gesichert, bis dahin müssen Entscheidungen getroffen werden. Noch werden Leverkusen gute Chancen eingeräumt, von dem Förderprogramm zu profitieren, weil das knapp sechs Kilometer lange Teilstück der Balkantrasse zwischen Opladen und Burscheid als wichtiger Lückenschluss im regionalen Rad- und Wanderwegenetz gilt.
Nach einer überschlägigen Kostenschätzung der BEG würde der Ausbau des Leverkusener Teilstücks der Balkantrasse rund 1,7 Millionen Euro kosten; davon müsste die Stadt rund 400.000 Euro als Eigenanteil aufbringen - wobei dieser sowohl in Barmitteln als auch über Sach- und Arbeitsleistungen geleistet werden kann.
Der Förderverein tritt nun an, rasch so viele Mitglieder wie möglich - und vor allem Sponsoren - für das Projekt zu gewinnen. Der Jahresbeitrag wurde - mit zwölf Euro - extra „niedrigschwellig“ angesetzt; für „juristische Personen“, also vornehmlich für Firmen und Verbände, gilt ein Jahresbeitrag von 50 Euro.
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Wer in dem „Verein der Freunde und Förderer der Balkantrasse Leverkusen e.V.“ Mitglied werden möchte, lade sich bitte das nachfolgende Formular des Mitgliedsantrag herunter, fülle es aus und schicke es an die angegebene Adresse. Danke!Mitgliedsantrag
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Der Vereinsvorsitzende Weber ist sicher, „dass sich viele Menschen auch aktiv für die Balkantrasse einsetzen werden. Das Projekt stößt in der Bevölkerung auf sehr viel Zustimmung.“ In diesem Zusammenhang betont er die laut Satzung ausdrücklich festgelegte parteipolitische Unabhängigkeit des Vereins: „Wir wollen, dass der Balkanradweg ein Projekt für alle Bürger wird.“
Der Vereinsvorsitzende Weber ist sicher, „dass sich viele Menschen auch aktiv für die Balkantrasse einsetzen werden. Das Projekt stößt in der Bevölkerung auf sehr viel Zustimmung.“ In diesem Zusammenhang betont er die laut Satzung ausdrücklich festgelegte parteipolitische Unabhängigkeit des Vereins: „Wir wollen, dass der Balkanradweg ein Projekt für alle Bürger wird.“ In wenigen Wochen will der Verein sich, wenn alle Formalien - Eintragung ins Vereinsregister, Anerkennung der Gemeinnützigkeit etc. - erledigt sind, der Öffentlichkeit vorstellen und seine Ziele und Vorstellungen präzisieren; dann soll auch ein Internetauftritt frei geschaltet sein.
„Verein der Freunde und Förderer der Balkantrasse Leverkusen e.V.“ (Förderverein Balkantrasse), c/o Karl-Friedrich Weber, Birkenbergstraße 1, 51379 Leverkusen, Internet-Adresse: www.balkantrasse.de
Als Balkanexpress wird im Volksmund die Mitte der 90er Jahre stillgelegte Bahnlinie von Leverkusen-Opladen nach Remscheid-Lennep bezeichnet. Die insgesamt 28 Kilometer lange Strecke wurde in den Jahren 1868-81 in Betrieb genommen.
Die Trasse zweigt unmittelbar nördlich des Bahnhofs Opladen von der Bahnstrecke Köln – Wuppertal ab und führt parallel - aber meist mit einigem Abstand - zur Bundesstraße 232 durch Bergisch Neukirchen und Burscheid sowie zur B 51 durch Burscheid, Wermelskirchen und Bergisch Born nach Remscheid.
Die kontinuierliche Steigung von ca. 50 Meter (in Opladen) auf etwa 330 Meter (Lennep) fällt bahntypisch recht sanft aus und eignet sich deshalb hervorragend auch für Familien und weniger geübte Radler. Die Trasse erschließt in idealer Weise die Rheinschiene mit dem Bergischen Land – und umgekehrt.

Wegen der straßenfernen und weitgehend kreuzungsfreien Streckenführung eignet sich die Balkantrasse in besonderer Weise für die Anlage eines Rad- und Wanderweges. Auf dem westlichen Teilstück werden die Ortszentren von Opladen und Burscheid mit einer Vielzahl öffentlicher Einrichtungen, Arbeits- und Einkaufsstätten sowie Freizeiteinrichtungen und Wohnquartieren untereinander verbunden.
Die Burscheider Straße (B 232) durch Bergisch Neukirchen und Pattscheid ist nicht mit Radwegen ausgestattet. Wegen des sehr starken Verkehrs ist die Anlage eines sicheren Radweges auch kaum – bzw. nur mit erheblichen Abstrichen an Sicherheit und Komfort (Lärmbelastung!) - zu verwirklichen.
Durch das Alleenradwege-Programm des Landes NRW soll landesweit auf möglichst vielen stillgelegten Bahnstrecken ein Netz von Radwegen geschaffen und somit zugleich eine Vernetzung von Regionen erreicht werden, um u.a. deren touristische und wirtschaftliche Potentiale zu fördern. Zahlreiche Kommunen und Kreise haben bereits Interesse an dem Programm bekundet.
Speziell die Balkantrasse wird von Leverkusens Nachbarstädten Burscheid, Wermelskirchen und Remscheid seit längerem nachhaltig unterstützt und gefördert. Burscheid steht bereits kurz vor dem Ausbau des stadteigenen Trassenstücks. In den genannten Kommunen liegt die finanzielle Belastung durch den jeweils zu leistenden Eigenanteil durchweg sogar höher als dieser in Leverkusen notwendig wäre. Das ist zum Teil durch die im Bergischen schwierigere Topografie begründet. Ohne den Lückenschluss in Leverkusen, mit Anbindung an das Radwegenetz der Rheinschiene, würde der Balkanradweg in Pattscheid/Höhe Kuckenberg enden.
Ein Radweg auf der Balkantrasse dürfte binnen kurzem zu einem touristischen Highlight der Region werden, da diese Strecke auf vergleichsweise kurzem Weg einen reizvollen Ausflug vom Rhein ins Bergische Land ermöglicht – mit vielfältigen Anschlussmöglichkeiten an ein überregionales Radwegenetz, das bis ins Ruhrgebiet („Kulturhauptstadt 2010“), das Sauerland sowie linksrheinisch in die Eifel und das Niederrheinische führt – vielfach sogar auf weiteren ehemaligen Bahntrassen.
Umgekehrt würde Leverkusen ungemein davon profitieren, ein besonders attraktives Ziel (Imagegewinn!) von Freizeitradlern aus dem Bergischen oder Köln und Umgebung zu sein. Es könnten neue Arbeitsplätze (Gastronomie, Fremdenverkehr etc.) geschaffen und somit zusätzliche Einnahmequellen erschlossen werden. Insofern stellt der Balkanradweg auch ein – sogar relativ preiswertes – Instrument der Wirtschaftsförderung dar.
Im Vorgriff auf die weiter unten dargestellte Kostensituation sei hier angemerkt, dass darüber hinaus allein der – jetzt noch mögliche und vergleichsweise kostengünstige - Erwerb des kompletten Trassenbandes für die Stadt ein hervorragendes Instrument der Stadtplanung darstellt – mit der Möglichkeit, mit dem Verkauf von nicht für den Radweg benötigten Flächen eingesetzte Eigenmittel zu refinanzieren.
Nach einer – auf Initiative des ADFC Leverkusen e.V. - durch die Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG) vorgenommenen, überschlägigen Kalkulation würde der Ausbau des Balkanradwegs (inklusive Grunderwerb) auf der etwa 5,8 Kilometer langen Strecke knapp 1,7 Millionen Euro kosten. Bei einer Landesförderung von 75 Prozent entfiele mithin ein Eigenanteil von rund 425.000.- Euro auf die Stadt.
In diese Kalkulation wurden sogar schon 20 Prozent „Pufferkosten“ eingerechnet. Mit Blick auf diese Kosten sah sich die Stadt Leverkusen (Politik und Verwaltung) dennoch bisher außerstande, in das Projekt einzusteigen.
Nach einer erst kürzlich beschlossenen Ergänzung zum Haushaltsgesetz des Landes NRW könnten diese Förderanteile für finanzschwache Kommunen allerdings minimiert werden. Durch die Regelung wird der Förderrahmen für überschuldete Kommunen auf 90 Prozent erhöht. Darüber hinaus wird sogar die Möglichkeit eingeräumt, auch den noch verbleibenden Eigenanteil von zehn Prozent vollständig durch Spenden Dritter aufzubringen.
Das Projekt eines Radweges auf der Balkantrasse genießt in der Bevölkerung nach wie vor – trotz bisher eher negativer Signale aus Politik und Verwaltung, bedingt durch die finanzielle Notsituation der Stadt - große Sympathie. Die hohe Akzeptanz des Projekts durch die Bürger sehen die Aktiven des ADFC auch aktuell immer wieder bestätigt.
Erst jüngst hat die „Frage des Tages“ in einer Lokalzeitung eine überraschend hohe Zustimmung ergeben: 70 Prozent der Leser stimmten auf die Frage: „Soll die Balkantrasse als Radweg trotz Finanzkrise auch in Leverkusen verwirklicht werden?“ mit Ja.
Insofern erscheint es realistisch, einerseits finanzkräftige Sponsoren gewinnen und ebenso über kleinteilige Spendenarbeit den notwendigen Eigenanteil zumindest zum Teil aufbringen zu können. Diese Arbeit könnte u.a. durch einen Förderverein umso wirkungsvoller geleistet werden, je aktiver die Stadt das Projekt unterstützt.
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Unser Ziel:
ein ähnlicher Rad- und Wanderweg auf der ehemaligen „Balkantrasse“
Stand: 10. Juli 2010